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Verbrannte Werte

Allein in Deutschland fallen pro Jahr ca. 550.000 Tonnen Altreifen an. Rund die Hälfte davon gelangt als sogenannter Ersatzbrennstoff in die Zement- und Ziegelproduktion. Sie werden schlichtweg verbrannt, im Fachjargon heißt dies „thermisch verwertet“.
Ein Grund dafür mag in dem relativ hohen Heizwert von 31 MJ/kg liegen (zum Vergleich: der Heizwert von Holzpellets liegt bei 18 MJ/kg). Andererseits bedingt das Verbrennen von Altreifen hohe Anforderungen an die zu installierenden Filteranlagen die beispielsweise bei der Verwendung von Erdgas (Heizwert 32 – 45 MJ/kg) so nicht erforderlich wären.

Warum werden also Altreifen als Ersatzbrennstoff verbrannt? Die Antwort liegt nahe: Der Altreifen bzw. die jährlich anfallende Menge stellt ein Problem dar. Es fehlt die Marktdurchsetzung alternativer Verwertungstechniken, die in der Lage sind, den „Compound“ Altreifen in seine Rohstoffbestandteile zu zerlegen und die gewonnenen Sekundärrohstoffe der Industrie wieder zur Verfügung zu stellen.

Flankiert wird dieser Umstand durch ein nicht reguliertes Rücknahmesystem von Altreifen in Deutschland. Mit der von uns Verbrauchern entrichteten Entsorgungsgebühr beim Reifenwechsel werden im Wesentlichen die Kosten für die Entsorgungslogistik gedeckt, nicht aber eine kreislaufwirtschaftlich sinnvolle Verwertung des Rohstoffträgers.

Im Ergebnis ist es heute – nicht nur in Deutschland – einfacher und billiger, Altreifen zu verbrennen als die enthaltenen Rohstoffe der Industrie wieder zur Verfügung zu stellen.

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